Malte Runge konnte auch beim aktuellen Auswärtsspiel Tore bejubeln. Archivfoto: Dietmar Albrecht
Mecklenburger Stiere gewinnen in Loitz mit 38:34 (20:12))
Die Mecklenburger Stiere haben am Sonnabend beim Tabellenletzten bei SG Uni Greifswald / Loitz beide Punkte geholt. Das war das Ziel. So weit, so gut. Was allerdings überhaupt nicht gut genheißen werden kann, ist die Demonstration von zwei total unterschiedlichen Gesichtern der Mannschaft. Zeigten die Männer in Halbzeit 1 noch eine dominante und überzeugende Leistung (12:20), so ließen sie sich in der zweiten Hälfte den möglicherweise zu sicher geglaubten Auswärtssieg beinahe noch aus den Händen nehmen und zitterten sich am Ende zum Erfolg. Sie erlaubten den Gastgebern sogar, in Führung zu gehen. Der Grund ist so einfach wie unglaublich: „Wir haben zu lange das Handballspielen eingestellt“, sagt Trainer Robert Schneidewind völlig ernüchtert.
Dabei fing alles bestens an. „Wir erwischten einen Traumstart. Sehr konzentriert, mit Ballgewinnen und konsequentem Tempospiel zeigten wir viel Spielfreude und immer wieder starke Lösungen“, blickt der Trainer zurück. Er konnte sogar Anschlusskader Phil Patzner mit Spielanteilen versehen, der prompt einen Siebenmeter rausholte. „Das war wirklich eine top Leistung in Halbzeit 1!“ so Robert Schneidewind. Zwei Mal hatten sich die Handballstiere auf stolze zehn Tore abgesetzt (9:19, 24.; 10:20, 26.). Mit immerhin acht Toren voraus ging es in die Kabine (12:20).
Die Pausenansprache ließ an Klarheit nichts vermissen. „Wir müssen die Konzentration maximal hochhalten, da Loitz mit einer komplett anderen Körpersprache aus der Kabine kommen wird“, prophezeite der Schweriner Trainer seinen Männern. Die starteten noch geradewegs ordentlich in die zweiten 30 Minuten. Dann der Einbruch: Die Stiere präsentierten sich unkonzentriert, produzierten Fehlwürfe am Stück und ließen die angemahnte Konsequenz und Ernsthaftigkeit schlichtweg fehlen. „Loitz bestraft unsere, teilweise an Slapstick erinnernden Fehler mit einfachen Toren und holt sichtlich auf. Diese Phase muss allen Spielern eine riesengroße Lehre sein“, mahnt Robert Schneidewind an. „15 Minuten auf so einem Niveau können ausreichen, um alles zu verspielen!“
Und dann, mit Druck von der Bank, drehte sich die Situation wieder. „Wir stehen als Team zusammen. Über positive Emotionen von außen sowie zwei/drei Wechsel kommt wieder mehr Ruhe rein. Ein wieder konsequenter werdendes Tempospiel ermöglicht uns, erneut Antworten zu geben“, so der Coach über die letzte Spielphase. Trotz des in Teilen fraglichen Auftrittes attestiert er der Mannschaft über weite Phasen, ihren guten Charakter gezeigt zu haben. Allerdings bleibt eines ganz sicher auf der Aufgabenliste für die neue Woche: das Thema Kontinuität im Abruf der eigenen Leistungen.
Denn die Aufgaben werden nicht einfacher. Am Sonnabend müssen die Stiere erneut zu einem Auswärtsspiel. Dann geht es zur SG OSF. Die Berliner Mannschaft rangiert aktuell auf Platz 4. Wer hier Zählbares ergattern möchte, kann sich einen Auftritt wie in Loitz nicht leisten. (ba)
Raatz 1, Jonas – Runge 8/2, Linke 4/2, Wolf 4, Präckel 7, Leśniak, Lübbert 5, Finkenstein 1, Schulz 2, Christ, Schwaß 4/1, Kahl 2, Gieratz, Patzner