Vom Insel-Express überrollt

Ansprache des Trainers

Ansagen, die wenig Wirkung zeigten: Die Handballstiere haben ihren Matchplan nicht umgesetzt. Foto: Dietmar Albrecht

Mecklenburger Stiere unterliegen gegen HSV Insel Usedom 29:42 (14:18)
Das war nichts! Abhaken und Fokus auf die letzten Partien und die neue Saison lenken. Das Spiel gegen den Tabellenzweiten vom HSV Insel Usedom haben die Handballstiere am Sonntagnachmittag vergeigt. Ihnen fehlte es an vielem: an Cleverness, an Ruhe in der Entscheidung, an Passqualität, an überzeugender Abwehr. Zugute halten könnte man den Mangel an spielfähigem Personal, doch das soll bitte nicht als Entschuldigung herhalten. „In puncto Abgeklärtheit und Regulierung der Emotionen waren wir mit unseren Gästen nicht auf Augenhöhe. Der HSV hat seinen Stiefel runtergespielt, da war nichts Unerwartetes dabei“, resümiert Stiere-Trainer Robert Schneidewind. „Nach einem schlechten Start lassen wir Dinge zu, die wir eigentlich verhindern wollten. Es gab in Halbzeit 1 lediglich eine Phase, in der es gelang, den Abstand zu minimieren. Zu diesem Zeitpunkt hätten wir das Spiel noch offen gestalten können.“ Mit 14:18 ging es in die Kabine. Der Wunsch, dem ziemlich schnellen Insel-Express selbst mehr an Fahrt entgegenzusetzen, wurde für die zweiten 30 Minuten mit auf die Platte genommen.

Doch die deutlich routinierteren Gäste machten genau da weiter, wo sie selbstbewusst aufgehört hatten. Sie bestraften jede noch so kleine Nachlässigkeit der Stiere, die große Zahl der einfachen Fehler ziemlich konsequent. Der Abstand wuchs gnadenlos. Die Heimmannschaft konnte nur noch Kosmetik betreiben, hatte einfach nichts mehr, um dem Gegner zuzusetzen. „Der Abstand zu einer Spitzenmannschaft war in dieser Situation einfach riesengroß“, räumt Robert Schneidewind ehrlich ein.

Das Einzige, was ernsthaft und wie immer grandios funktionierte, war das Fanlager auf den Rängen. „Unsere Zuschauer sind einzigartig. Sie stehen zur Mannschaft – bis zur letzten Minute. Erst dann ist, völlig zu recht, Enttäuschung zu sehen. Während des Spiels steht der achte Mann konsequent zum Team. Wir bedanken uns bei 563 Zuschauern sehr herzlich. Es ist eine tolle Sache, auch in weniger glücklichen Handball-Momenten so eine starke Unterstützung zu haben“, sagt Geschäftsstellenleiter Mathias Wächter.

Am Ende mussten sich die Schweriner mit 29:42 geschlagen geben. Trotz manch guter Einzelleistung wirkt das wie eine heftige Klatsche und schmälert den individuellen Erfolg doch sehr. „Auch, wenn unsere Bank mit 16 Männern besetzt war, wogen die Einschränkungen schwer. Zwei Spieler waren nicht wirklich einsatzfähig, fünf Anschlusskader stellten sich in den Dienst der ersten Männermannschaft. Sie nehmen wertvolle Erfahrungen mit. Für alle folgt jetzt einen ehrliche Ist-Stand-Analyse. Und dann blicken wir, wie schon gesagt, nur noch nach vorn!“ so Coach Schneidewind. Die Mecklenburger Stiere, aktuell auf Platz 6 der Tabelle, gastieren zur nächsten Partie übrigens bei der SG Uni Greifswald/Loitz. ba

Lampe, Raatz – Fröbel 1, Linke 5/3, Wolf 2,  Präckel 1, Lesniak, Hahn, Finkenstein 5, Schulz, Warnst, Müller 11, Christ 1, Bönsel, Schwaß 2, Kahl 1

Weitere News

Zwei Punkte mit wenig Glanz

Vom Insel-Express überrollt

Eine ganz enge Kiste

Mach mit und werde Supporter bei uns